Zwischen dem letzten Termin am Freitag und dem ersten am Montag
Eine Praxis hat keinen Leerlauf, den man für einen Umzug nutzen könnte. Der Kalender ist voll, und jeder abgesagte Termin kostet zweimal: einmal den Termin und einmal den Anruf, mit dem er verlegt wird. Eine Kanzlei ist darin nicht anders, nur dass dort Fristen an der Stelle der Termine stehen.
Deshalb liegt dieser Auftrag fast immer im Wochenendfenster, samstag und sonntag, 8 bis 17 uhr. Am Freitagabend geht der letzte Patient, am Samstagmorgen stehen wir im Haus, und am Montagmorgen öffnet der Empfang an der neuen Adresse. Dazwischen passiert alles.
Wo das nicht reicht, teilen wir. Die Räume, die am Freitagnachmittag nicht mehr gebraucht werden, ziehen vorher im Randfenster, montag bis freitag, 6 bis 8 und 17 bis 21 uhr. Dann bleibt für das Wochenende nur noch der Teil, der bis zum Schluss arbeiten muss.
Wartezimmer, Empfang und Sprechzimmer in dieser Reihenfolge
Die Reihenfolge ist bei Praxen und Kanzleien wichtiger als bei Büros, weil am Montagmorgen nicht eine Abteilung wieder arbeiten muss, sondern ein ganzer Betrieb zugleich: Es klingelt, es kommt jemand herein, und er setzt sich hin.
Wir bauen deshalb am Zielort von vorne nach hinten auf, also umgekehrt zum Abbau. Zuerst stehen Empfang, Wartezimmer und der erste Behandlungs- oder Besprechungsraum. Was dahinter liegt, kann am Sonntagabend noch im Karton stehen, ohne dass es jemand merkt.
Die Folge, nach der gearbeitet wird:
- Freitagnachmittag: Was nicht mehr gebraucht wird, wird gepackt und nummeriert.
- Freitagabend oder Samstagmorgen: Empfang und Wartezimmer werden abgebaut, zuletzt Telefon und Rechner.
- Samstag: Transport, danach Aufbau von Empfang, Wartezimmer und dem ersten Raum am Zielort.
- Sonntag: Die übrigen Räume, die Karteischränke und das Archiv kommen an ihren Platz.
- Montagmorgen: Der Betrieb läuft; was dann noch auffällt, nehmen wir auf und arbeiten es ab.
Wie der Betrag für eine Praxis entsteht
Gezählt wird auch hier der Arbeitsplatz. Ein Arbeitsplatz ist Schreibtisch, Stuhl, Rollcontainer, Bildschirm und Rechner; ein Behandlungsplatz oder ein Besprechungstisch steht als eigene Zeile im Angebot, weil er sich nicht sinnvoll unter einen Schreibtisch rechnen lässt.
Die meisten Praxen und Kanzleien liegen in der Zeile bis 5 Arbeitsplätze. Sie nennt im Tagfenster ab 489 €, im Randfenster ab 545 € und im Wochenendfenster ab 599 €. Bei fünf Plätzen sind das im Tagfenster rund 98 Euro je Arbeitsplatz.
Dazu kommt, was in einer Praxis mehr Arbeit macht als in einem Büro. Der Einpackservice steht je Kraft und Stunde in der Tafel, im Wochenendfenster mit 31 € je Stunde; über die Mindestzeit von vier Stunden sind das 124 Euro für eine Kraft. Die Möbelmontage rechnen wir ebenso je Kraft und Stunde ab, das Werkzeug bringen wir mit.
Was an medizinische oder bauliche Technik angeschlossen ist, bauen wir nicht ab. Behandlungseinheiten und alles, was an Wasser, Abluft oder Starkstrom hängt, trennt und setzt der Hersteller oder Ihr Techniker; wir legen unser Fenster um diesen Termin herum. Das sagen wir vor der Zusage und nicht am Umzugstag.
Akten, Karteischränke und was damit geschieht
Akten sind in einer Praxis und in einer Kanzlei der Teil, bei dem niemand Nachsicht hat. Unsere Antwort darauf ist kein Versprechen, sondern ein Verfahren: umpacken, fortlaufend nummerieren, gegen eine Liste übergeben.
Gerechnet wird je laufender Meter Regal, und auch hier entscheidet die Spalte über den Satz. Jeder Aktenkarton trägt die Nummer seines Regalabschnitts, am Zielort hängt ein Regalplan mit denselben Nummern, und am Ende wird abgeglichen. Der Bestand ist danach über die Liste nachzuvollziehen, Abschnitt für Abschnitt.
Karteischränke transportieren wir als Möbelstück. Die Schubladen bleiben dabei verschlossen und werden gesichert; ist ein Schrank zu schwer, um gefüllt zu fahren, räumen wir ihn ab und am Zielort in derselben Folge wieder ein.
Was nicht mitkommt und vernichtet werden soll, geht an einen Entsorger, der den Vernichtungsnachweis ausstellt. Der Nachweis geht an Sie. Wir holen den Bestand ab und rechnen ihn je laufender Meter Regal ab; welche Meter das sind, entscheiden Sie vorher und nicht am Termin.